„Reitkunst wird nicht am Schwierigkeitsgrad bestimmter Übungen gemessen, sondern einzig am Grad der Übereinstimmung von Reiter und Pferd und deren sichtbarem Ausdruck.“
(Kurt Albrecht)
Ein wahrer Satz, der aber leider bei so vielen Pferd- und Reiterpaaren nicht erkennbar ist. Da werden Lektionen geübt und geübt, immer verbissener und verkrampfter. Es wird gezogen und gestochen was das Zeug hält und am Ende hat es das Pferd in der Prüfung doch wieder vergeigt. Nein, so soll und darf Reiterei nicht sein, aber in vielen Reitställen spiegelt es doch leider die Realität. Umso schwerer ist es einen Reitlehrer zu finden, der sich auf ein Pferd- und Reiterpaar einlässt, es ganz exakt beobachtet und beurteilen kann und dann in vielen kleinen Schritten zum Erfolg führt. Damit meine ich nicht Turnierschleifen, sondern vor allem Losgelassenheit, Zufriedenheit und Harmonie. Sind sie gegeben, klappt es auch auf einmal mit den Lektionen. Mit Ines Treuger, habe ich vor rund fünf Jahren so eine Reitlehrerin gefunden. Regelmäßig nehme ich seitdem bei ihr Unterricht. Entweder mit meinem 14-jährigen Fjordwallach Joka oder im Winter, wenn es das Winterfell meines Ponys und die vereisten Straßen ein Training nicht zulassen, auf ihren Schulpferden. Ihre Schulpferde sind fast durchweg Senioren (Durchschnittsalter 20 Jahre), die alle topfit und gut geritten sind. Sie werden regelmäßig von Ines Treuger Korrektur geritten und zahlreiche habe schon einen ganz schönen Leidensweg hinter sich, bis sie auf dem Pferdehof Kranichweide landeten. Es sind keine perfekt gebauten Athleten und auf den ersten Blick vermutet man nicht was in ihnen steckt. Umso mehr sind sie ein Beweis, wie man mit richtiger, pferdegerechter Reiterei jedes Pferd fördern kann und sie sich unter dem Reiter zu selbstbewussten Tieren mit erstaunlichem Ausdruck entwickeln.
Mir war es wichtig, dass im Reitunterricht nicht nur die äußere Form korrigiert wird und mein Pferd irgendwie den Kopf an der Senkrechten hat, sondern das ich es real durchreite und es schwungvoll aus der Hinterhand arbeitet. Es soll gemeinsam mit mir Spaß an der Arbeit haben. Ich möchte mein Pferd gymnastizieren, mit ihm auch die ein oder andere Lektion reiten, doch vor allem sehe ich in ihm einen Freizeitpartner, mit dem ich sicher durchs Gelände reiten kann, Dressurlektionen übe oder bei einem Trail Spaß habe. Er soll durch das Geritten werden gesund und gelenkig bleiben.
Ich selbst reite seit 21 Jahren und habe seit 11 Jahren meinen Fjordwallach Joka, den ich als Jungpferd kaufte und selbst eingeritten habe. Er geht mit mir durch dick und dünn.
Wenn es sich anbietet, nehmen wir auch gerne mal an Lehrgängen von anderen Ausbildern teil, wie schon drei Mal bei einem Dressurlehrgang von Frau Isabelle von Neumann-Cosel oder im letzten Jahr bei einem Lehrgang von Dr. Gerd Heuschmann. Es ist toll bei solchen Kursen die Rückmeldung zu bekommen, dass man auf dem richtigen Weg der Ausbildung ist und sich die Korrekturen der Reitlehrer ergänzen und nicht widersprechen. Ines Treuger ist immer neugierig was man an neuen Übungen oder Ansätzen von Lehrgängen mitbringt und baut sie in das Training ein. Mein Fjord ist mit seinem dicken, kurzen Hals und relativ engen Ganaschen nicht das ideale Dressurpferd. Umso mehr freue ich mich über Ausbilder, die die Schwäche erkennen und einem daran angepasst hilfreiche Ratschläge geben und einen nicht mit dem Stempel versehen „dickes Pony ohne Talent“ und einen nicht mehr beachten. Das habe ich auch zu Genüge in Reitställen erlebt. Natürlich kann ich mit meinem Fjord in keiner M-Dressur Schleifen gewinnen, doch darum geht es mir ja auch gar nicht. Ich möchte im Rahmen unserer Möglichkeiten mein Pferd so gut es geht gymnastizieren, immer feiner auf die Hilfen abstimmen und zu guter Letzt mit einem zufriedenen, vertrauenvollen und gesunden Pferd durch die Welt reiten. Das wir auf diesem Weg sind bewies unser Sieg im Bundesbreitensportchampionat der Fjordpferde 2010 in Grünberg (Hessen), bei dem wir in diversen Geschicklichkeitsparcours unser Können unter Beweis stellen konnten.
Auch meinen Mann hat der Pferdevirus erwischt und er hat bei Ines Treuger vor rund fünf Jahren mit dem Reiten begonnen. Inzwischen hat er ein eigenes Fjordpferd und wir haben uns einen kleinen Hof gekauft, wo wir unsere Pferde direkt bei uns am Haus halten können und selber versorgen. Ein Traum ist wahr geworden!
Wir konnten inzwischen auch schon einige Bekannte für den Unterricht bei Ines Treuger begeistern und nehmen selbst einen Anfahrtsweg von über 40 km in Kauf. Der Unterricht ist es einfach wert!
